InterContinental Life
Besuch in einer Stadt, die das Geheimnis beherrscht, im Großen das Kleine zu bewahren© Marc Meyerbröker
Das Große im Kleinen
Düsseldorf ist Landeshauptstadt, Modehauptstadt, Luxushauptstadt, Kulturhauptstadt. Das jedenfalls ist ihr Image. Die Wahrheit: Düsseldorf ist viel mehr. Das offenbart sich aber nur dem, der sich der Stadt wirklich nähert.
Was machen die in Düsseldorf? Single-Malt-Whiskey. Und wo? Unterm Dach vom „Uerigen“, der Traditions-Altbierschänke in der Altstadt. Das ist kein Scherz, denn Geschäftsführer Michael Schnitzler ist ein Whiskey-Fanatiker, die ersten Flaschen sollen im Herbst abgefüllt sein. Was machen die noch? Senf. Orangensenf, Pommery-Senf, Feigensenf, Honigsenf ... Im „Senfladen“ auf der Berger Straße gibt es Sorten, die in keinem Supermarktregal stehen, alle von „Löwen“. Und leckere Hundekekse, im „Dog’s Deli“. Wieso lecker? Weil die sogar Frauchen schmecken, obwohl sie ohne Zucker und Salz gemacht werden. Zum Beispiel „Schmankerln“, gefüllt mit Leberwurst, die eigens am Tegernsee ohne Salz für „Dog’s Deli“ hergestellt werden. Da fragt sich auch Herrchen, ob er die wirklich an Dogge „Jolly“ verfüttern soll. Gemüse! Auf dem Markt am Carlsplatz stapeln sich saftige Tomaten in allen Sorten („Ochsenherz“), Zitronen direkt vom Baum, knackige Äpfel. Und Brot wird in Düsseldorf gemacht! Bei „Hinkel“ duftet es ab drei Uhr morgens nach Malz, Fenchel, Rosinen, frischen Brötchen, Printen ... Aroma-Arabesken, die noch im Umkreis von 200 Metern ihre unwiderstehliche Magie entwickeln.
Stopp, erst mal Schluss mit der Schwelgerei. Wir sind in Düsseldorf. Betonung auf „-dorf“. Oh, ein gefährlicher Satz! Düsseldorf ist Landeshauptstadt, Regierungssitz, hat beinahe 600.000 Einwohner, 217,21 Quadratkilometer groß, als einige von ganz wenigen Großstädten ist Düsseldorf schuldenfrei und DIE (Kultur-)Metropole am Rhein (Köln, bitte weghören!). Wie kann sich da einer erdreisten, von „Dorf“ zu sprechen? Langsam. Denn was ist eigentlich so schlimm an diesem Begriff? Dorf meint hier nicht „provinziell“, nicht „engstirnig“, nicht „Landeier“. Was dann? Nun, das soll hier erläutert und bewiesen werden.
Teil 1: Das Große im Kleinen
Teil 2: Kö und Luxusmarken
Teil 3: Wochenmarkt auf dem Carlsplatz
Teil 4: Deutsche Oper am Rhein: Interview mit Generalintendant Christoph Meyer
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