InterContinental Life
Relief aus der Zeit des Pharao Sahure. © Liebieghaus
„Das schönste Bilderbuch Ägyptens“
Die Skulpturensammlung Liebieghaus zeigt eine spektakuläre Ausstellung über Tod und Leben des Pharao Sahure.
Wir kennen ihre Namen: Cheops, Tutanchamun, Nofretete, Kleopatra, Ramses … Sie waren gottgleiche Herrscher Ägyptens, Pharaonen. Doch schon hier wird es kompliziert, denn der Titel „Pharao“ wurde nachgewiesenermaßen erst ab der 21. von 31 Dynastien verwendet. Vorher hießen sie schlicht „König“. Sie alle Pharao zu nennen ist also eigentlich falsch. Die Komplikationen gehen weiter: Die uns bekannten Namen sind vielfach gar nicht die, unter denen die Untertanen ihre Herrscher kannten. „Cheops“ zum Beispiel ist eine Sprachschöpfung der Griechen, sein tatsächlicher Name war „Chnumchufu“. Und jetzt die Eine-Million-Euro-Frage: Wer lebte und regierte wann? Genug der Komplikationen – sie zeigen uns aber eines: Die Welt des alten Ägypten ist voller faszinierender Geheimnisse und Entdeckungen.
Diese Welt faszinierte den deutschen Archäologen Ludwig Borchardt ein Leben lang. Im Jahr 1902 begann er in der ägyptischen Nekropole Abusir am Nil mit der Erforschung eines der beeindruckendsten Bauwerke, die uns die Phara-onen hinterlassen haben: der Pyramide des Königs Sahure. Im Gegensatz zur legendären Pyramide des Königs Cheops, die etwa 100 Jahre vorher entstand, ist Sahures Grabmal heute weitgehend verfallen und wird von den gigantischen Ausmaßen jenes Weltwunders überragt.
Sahure ließ eine gewaltige Anlage errichten, deren komplexe Architektur in eine reine, klassische Form gegossen wurde. Die strenge Axialität und die Perfektion in der Ausführung finden sich zum ersten Mal an dieser gigantischen Grabanlage, die eine Gesamtlänge von knapp 500 Meter besitzt. Der Taltempel wird mit dem Totentempel über einen mehr als 200 Meter langen Aufweg verbunden, der von bildgewaltigen Reliefwänden gesäumt war. Eine Ausgrabung in den 90er Jahren förderte eine archäologische Sensation zutage: Es wurden 19 Relieffragmente von faszinierender Schönheit am Aufweg zum Totentempel ausgegraben. Schmale Schlitze ließen das Tageslicht in den umbauten überirdischen Gang fallen und die Sonne beleuchtete die atemberaubend schönen Reliefs an den Wänden. „Das schönste Bilderbuch Ägyptens“ nennen es die Kunsthistoriker des Frankfurter Liebieghauses. Dort wird ab dem 24. Juni eine Ausstellung zu sehen sein, die das Attribut „spektakulär“ wirklich verdient. Das Museum am Mainufer zeigt Skulpturen, Reliefs und gewaltige Architekturelemente aus Rosengranit, die in der Regierungszeit Sahures, der als König der fünften Dynastie des Alten Reichs von 2496 bis 2483 v. Chr. regierte, entstanden. Sein Bruder Niuserre errichtete auf demselben Areal einen Tempel zu Ehren des Sonnengottes Re, der in seinen Dimensionen und seiner Ausstattung der Anlage des Königs in nichts nachstand. Mit Modellen zeigt das Liebieghaus, wie kunst- und eindrucksvoll diese Heiligtümer waren.
Die Erschließung dieser architektonischen Kostbarkeiten hätte allein gereicht, um Ludwig Borchardt unsterblich zu machen. Doch sein Name wird heute in Verbindung mit einem ganz anderen Fund genannt: Anno 1912/1913 entdeckte Borchardt das Atelier des altägyptischen Bildhauers Thutmosis (18. Dynastie) in Tell el-Amarna. Und darin lag – die heute weltberühmte Büste der Königin Nofretete.
Termine
Sahure – Tod und Leben eines grossen Pharao
24. Juni bis 28. November 2010
www.liebieghaus.de
InterContinental Frankfurt Tel.: +49 (0)69 26 05 0
http://www.frankfurt.intercontinental.com