InterContinental Life

Budapest City Feature

Eine Stadt hebt ab

Es lohnt sich, durch die kleinen Straßen neben dem Boulevard zu bummeln. Überall blühen neue Läden auf, Restaurants, Bars und Kneipen reihen sich zu fröhlichen kleinen Meilen, Tische und Stühle stehen im Freien, und das Lachen der Gäste schallt hinauf in die grünen Kronen der Bäume. Im Lukács liegen filigrane Törtchen, feine Patisserien und hausgemachte Schokolade kunstvoll arrangiert in der Glasvitrine des Tresens. Es erscheint ihr Schöpfer – ein Hüne mit voller, voluminöser Stimme, gewandet in eine Kochjacke: Devin Ticmanis, ein Kanadier aus Toronto. Lange Zeit lebte und arbeitete er als Koch in London. Dann entschied er sich für Budapest. Wegen der Liebe – und der Lebensqualität. „Ehrlich – ich habe in London Leute gesehen, die im Business-Anzug mit Laufschuhen zur Arbeit rannten. Auf die Idee käme hier niemand im Leben“, sagt er. Das eigene Kaffeehaus war sein Traum. Gemeinsam mit seinem Schwiegervater, einem ungarischen Unternehmer, renovierte er das ramponierte Lokal und entschied sich dabei für eine moderne Adaption des Art-déco-Stils. Das Cafe Lukács ist berühmt für seine Backwaren – und seinen Kaffee, der eigens in Italien gemischt und geröstet wird. „Wenn wir hier erst mal den Euro haben“, sagt Devin, „hebt die Stadt ab.“

An manchen Stellen tut sie das jetzt schon. Sie schwebt. Zum Beispiel in der Bar „Bob“, mitten in der City direkt neben der Stephansbasilika. BOB steht für „Barcardi Original Bar“. Tamás Szántó und György Lefkovics, zwei Top-Gastronomie-Unternehmer der ungarischen Hauptstadt, haben diesen Ort geschaffen: Modernstes Design, pfiffige Accessoires kombiniert mit klassischem Bar-Interieur und einer erstklassigen Jazz-Combo. Diese Bar „is it“. Szántó und Lefkovics sind die kaufmännischen und spirituellen Köpfe eines Gastro-Imperiums, dessen Flaggschiff das Budapester Restaurant „Tom George“, kurz TG genannt, ist. Zurzeit das In-Restaurant der Stadt.

Gleich um die Ecke haben die ungarischen Wein-Stars József Bock und Attila Gere je ein Restaurant, in dem ihre sehr, sehr guten Weine serviert werden. Hierzulande werden ungarische Weine ja vornehmlich als das „Stierblut“ aus dem Tetrapak wahrgenommen. In Wahrheit keltern die Winzer am Balaton Spitzenweine, die leider zumeist nur im Lande selbst ins Glas kommen.

Das „Tigris“ in der Budapester City, gelegen in einem der ehemals feinsten Hotels der Stadt, ist Hauptquartier der Gere-Fans. Das „Bock Bisztro“ bietet die Erzeugnisse des gleichnamigen Top-Winzers. Beide Restaurants sind weder in der Einrichtung noch in den Preisen überdreht, serviert wird moderne, regionale ungarische Küche. Beide Weihestätten ungarischer Winzerkunst sind beinahe täglich ausgebucht. Wer in Budapest speisen geht, wird es schnell merken: Die große Kellner-Tradition des ehemaligen Habsburger Reiches lebt hier fort, auch in den jungen Obern. Sie beherrschen die große Kunst, einerseits souveräne Herrscher ihres Reviers und zugleich aufmerksame Gastgeber zu sein, alles ohne eine Spur von Servilität oder Überheblichkeit. Sie sprechen Englisch oder Deutsch, kennen jede Feinheit ihrer Menüs und sind begnadete weil hingebungsvolle Verkäufer. Kaum wagt der Gast auf die Vorspeise zu verzichten, denn er spürt, dass der Kellner diese Entscheidung als persönliche Niederlage empfinden würde.

Die „BOB-Bar“ und seine Schöpfer, Patissier Devin, die Winzer Bock und Gere sind Protagonisten des neuen, des werdenden Budapests. Der amerikanische Ökonom Richard Florida hat in seinem Klassiker „The Rise of the Creative Class“ analysiert, unter welchen Umständen Metropolen am erfolgreichsten gedeihen. Er sieht dabei einen engen Zusammenhang zwischen der ökonomischen Stärke einer städtischen Region im Verhältnis zur Anwesenheit von hoch technisierten Arbeitern, Künstlern, Musikern und gleichgeschlechtlich orientierten Menschen. Je toleranter sich die Gesellschaft ihnen gegenüber verhält, desto freier kann sich ihre Kreativität zum Wohl der Stadt entwickeln. Budapest ist der lebende Beweis dafür, dass Florida recht hat. Aufbruch!

InterContinental Budapest Tel.: +36 (0)13 27 63 33
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