
Frankfurt: Altniederländische Malkunst
Friedlich, wie eingeschlafen, ruht der vom Kreuz genommene tote Christus in den Armen eines Mannes in herrschaftlicher Robe. Er hält ihn sicher. Der Blick des Mannes scheint einen unsichtbaren Dritten anklagend zu fixieren. Es ist das in Öl gemalte Abbild einer Steinskulptur. Plastisch, täuschend echt, beinahe fotorealistisch. Doch dieses Gemälde stammt aus dem 15. Jahrhundert, vermutlich um 1430 geschaffen vom „Meister von Flémalle“, dessen Name wahrscheinlich Robert Campin lautete. Er und sein Schüler Rogier van der Weyden schufen die Grundlagen der niederländischen Malerei.
„Sie stehen für die Entdeckung der sichtbaren Welt, die dank einer raffinierten neuen Maltechnik, der Ölmalerei, in bis dahin ungesehener detailrealistischer Manier geschildert wird“, heißt es in einer Ankündigung des Frankfurter Städel Museums. Dort wird ab dem 21. November 2008 eine einmalige Ausstellung gezeigt: rund 50 Bilder von Campin und van der Weyden. Obwohl Meister und Schüler zu den wichtigsten und einflussreichsten Künstlern ihrer Zeit zählten, gab es bisher keine Ausstellung, die Werke der beiden gegenüberstellte. Das geschieht nun in Frankfurt.
Das Städel Museum zählt zu den bedeutendsten Häusern Europas. Es gründet sich auf die Sammlung des Frankfurter Bankiers Johann Friedrich Städel (1728 – 1816) und ist bekannt für seine Forschungserfolge.
Städel Museum Frankfurt 21. November 2008 bis 22. Februar 2009
www.staedelmuseum.de
InterContinental Frankfurt, Tel. +49 (0)69 26 05 0